Wofür bist du dankbar?

Veröffentlicht am Kategorisiert als Selbstsabotage & Nervensystem
Katharina Bonné steht lächelnd vor grauem Hintergrund neben dem Text 'Wofür bist du dankbar?' – Überschrift 'Leben darf einfach sein'

Für mich ist Dankbarkeit der Raum, in dem ich für alles dankbar bin, was ich bin und habe – ohne es zu bewerten.

Wofür bist du dankbar? Diese Frage klingt harmlos. Bei mir hat sie alles verändert.

Jahrelang dachte ich, ich müsste erst etwas leisten, bevor ich dankbar sein darf. Heute weiß ich: Es ist genau andersherum. Dankbarkeit ist keine Belohnung für gute Umstände – sie ist eine Wahl, die du in jedem Augenblick treffen kannst. Und du musst nichts dafür tun.

Hier erzähle ich dir, wie ich dahin gekommen bin, was die Forschung dazu sagt und wie du Dankbarkeit praktizieren kannst – eine Übung, die zwei Minuten am Abend kostet.

Willst Du einen gesunden und vitalen Körper haben?

  • Bist du dankbar für deinen Körper?
  • Genauso, wie er jetzt gerade ist?

Unser Körper ist der Teil in unserem Leben, den wir am meisten bewerten. Es gibt nicht viele Menschen, die zufrieden oder gar happy damit sind.

Sind wir im Widerstand gegen etwas, erschaffen wir genau genommen mehr von dem, was wir ja eigentlich nicht haben wollen und sind darüber hinaus noch weniger glücklich. Wir fühlen uns buchstäblich nicht wohl in unserer Haut.

Wovon willst du mehr in deinem Leben?

Wenn du für alles das, was du aktuell gerade hast (völlig egal wie wenig oder wie viel das sein mag) nicht dankbar bist, hast du hier keine Bereitschaft, mehr zu empfangen.

Dankbarkeit = Empfangen

Oops. Vielleicht ist deine Ansicht hier: „Na klar, wenn ich erstmal einen gesunden Körper habe, dann kann ich bestimmt dankbar für ihn sein.“

Aus eigener Erfahrung kann ich dir sagen, dass das Leben im „Wenn-Dann-Modus“ nicht funktioniert, denn er ist nur eine Spielart der selbstsabotage, wenn du dein Glück von Bedingungen abhängig machst.

Wie viel TUST du, um mehr zu haben? Und wie hart arbeitest du dafür?

Wenn wir etwas nicht haben, welches wir jedoch gerne hätten, müssen wir erstmal etwas dafür tun, um es eines Tages zu haben. So haben wir es gelernt. Und wenden es genauso auch an.

  • Ohne Fleiß kein Preis.
  • Von nichts kommt nichts.
  • Keiner wird reich über Nacht.
  • Das Leben ist ein Kampf.

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Mit diesen Glaubenssätzen war ich fast mein ganzes Leben lang unterwegs. Immer hatte es die Energie von harter Arbeit. Von nichts kommt eben auch nichts. Das hatte ich gelernt. Meistens kam ich nicht dort an, wohin ich wollte.

Um z.B. einen gesunden Körper zu haben, ernährte ich mich gesund. Ich meine dieses „gesund“, welches andere gerade für gesund hielten. Und in den Medien hat sich das über die Jahrzehnte ja immer wieder geändert. Ich machte Sport. Bewertete mich, wenn ich keinen machte und lebte immer mit einem schlechten Gewissen, es nicht richtig hinzubekommen.

Betrachte ich jetzt mal meinen Lebensweg durch die Brille Dankbarkeit = Empfangen, WOW. Klar war ich dankbar für alles, was gut lief und schön war. Darüber hinaus war ich viel zu sehr mit dem „TUN, um es zu haben“ beschäftigt und dem Ankommen. Ich hatte kein Gespür dafür, dankbar für meinen Körper zu sein.

Wie denn auch, denn mein Körper war definitiv nicht so, wie ich ihn haben wollte!

Während ich dies gerade schreibe, wird mir richtig schwindelig und es ist für mich so offensichtlich, dass all das nirgendwo hinführen konnte. 

Meine Ansicht kreiert meine Realität.
Meine Ansicht war stets, ich muss etwas tun. Und ich bekam mehr davon und tat mehr. Hamsterrad … mit Spaß und Freude hat das nicht wirklich etwas zu tun.

Was wäre, wenn du Dankbarkeit in jedem Augenblick einfach wählen könntest?

Dankbarkeit üben heißt für mich nicht, etwas dafür zu tun.
Absolut nichts.
Du kannst einfach dankbar sein.

Jetzt.

Dankbar für diesen Moment, während du diese Zeilen liest.
Ich bin dir dankbar dafür ❤️
Dankbar für deine Augen, dass du sie lesen kannst.
Dankbar für den Stuhl, auf dem du vielleicht gerade sitzt.
Vielleicht sitzt du draußen und hörst die Vögel zwitschern, so wie ich gerade.
Dankbar für den leckeren Kaffee oder Tee, der neben dir steht.

Wie fühlst du dich, wenn du dankbar bist?

Ich fühle mich großartig, wenn ich dankbar bin. Und wenn ich mein Leben heute betrachte, bemerke ich, dass Dankbarkeit meine Seinsweise geworden ist. Egal, ob ich einen dieser Mist-Momente am Wickel habe oder etwas Wunderbares geschieht – ich sehe immer etwas, wofür ich gerade dankbar bin.

Und weißt du was?
Ich schaue aktiv danach.
Das ist meine Wahl.
Denn es ist mein Leben.
Und das will ich schön haben.
Jetzt.
Nicht erst, wenn ich was geschafft oder geleistet habe.

Auch letztes Jahr nach meinem schweren Sturz und den Schmerzen – ich war dankbar, dass mein Körper bleiben wollte. Dankbar für all die Menschen, die mir beigetragen haben und für so vieles mehr.

Heute weiß ich ganz sicher, dass genau dieser Raum der Dankbarkeit und des Nicht-Bewertens meinem Körper die Möglichkeit schenkte, so turboschnell zu genesen. Ha, und schon wieder bin ich dankbar, dass ich immer wieder die Dankbarkeit wähle 🙂

Ganz ehrlich, dieser Loop gefällt mir viel mehr als dieses sich ewig drehende Hamsterrad.

Und was sagt die Wissenschaft dazu?

Vielleicht denkst du gerade: Schön für dich, Katharina. Aber ist das nicht einfach nur ein gutes Gefühl?

Ist es nicht.

  1. Die Psychologen Robert Emmons und Michael McCullough haben das 2003 untersucht. 192 Menschen, zehn Wochen lang. Die eine Gruppe schrieb einmal pro Woche fünf Dinge auf, für die sie dankbar war. Die andere notierte, was sie geärgert hatte. Das Ergebnis: Die Dankbarkeits-Gruppe fühlte sich besser mit ihrem Leben, blickte optimistischer auf die kommende Woche, bewegte sich mehr und hatte weniger körperliche Beschwerden.
    Einmal die Woche. Fünf Dinge. Das war alles.
  2. Martin Seligman fand zwei Jahre später heraus: Sieben Abende lang jeweils drei Dinge aufschreiben, die gut gelaufen sind – und warum. Danach durften die Teilnehmenden wieder aufhören. Noch sechs Monate später ging es ihnen besser als vorher. Am besten aber ging es denen, die einfach weitergemacht hatten. Nicht weil sie mussten, sondern weil es ihnen Spaß machte.
  3. Und im Juli 2025 wertete ein Forschungsteam alles aus, was es zu dem Thema gibt: 145 Studien, fast 25.000 Menschen, 28 Länder. Das Fazit: Dankbarkeit wirkt. Weltweit. Zuverlässig. Und in kleinen Schritten.

Genau das sage ich ganz bewusst: kleine Schritte. Dankbarkeit ist kein Zaubertrick, der über Nacht alles dreht. Sie ist eine Wahl, die du jeden Tag wieder treffen darfst. Und die sich mit jedem Mal ein bisschen mehr summiert.

Quellen:

  1. Emmons & McCullough (2003), Journal of Personality and Social Psychology: https://greatergood.berkeley.edu/pdfs/GratitudePDFs/6Emmons-BlessingsBurdens.pdf
  2. Seligman, Steen, Park & Peterson (2005), American Psychologist: https://greatergood.berkeley.edu/images/uploads/Seligman-PosPsychProgress.pdf
  3. Choi et al. (2025), Proceedings of the National Academy of Sciences: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12280877/

Dankbarkeitsübung: Drei gute Dinge an sieben Abenden

Genau so lief die Übung in Seligmans Studie. Sie kostet dich zwei Minuten am Abend.

  1. Nimm dir heute Abend einen Zettel oder dein Handy. Schreib drei Dinge auf, die heute gut gelaufen sind. Sie dürfen winzig sein. Der erste Schluck Kaffee. Ein Lächeln an der Kasse. Dass du eine Sache erledigt hast, vor der du dich gedrückt hast.
  2. Und jetzt kommt der Teil, den die meisten überspringen: Schreib bei jedem Punkt dazu, warum es gut gelaufen ist. Was war dein Anteil daran? Wer hat dazu beigetragen? Genau dieser Schritt macht in der Forschung den Unterschied.
  3. Mach das sieben Abende lang. Dann darfst du aufhören. Wirklich.

Und dann schau, was passiert. In der Studie ging es den Menschen noch ein halbes Jahr später besser. Am besten aber denen, die einfach weitergemacht haben – nicht, weil sie mussten, sondern weil es ihnen Spaß machte.

Was wäre, wenn es dir genauso geht?❤️

Wahl kreiert. Immer.

Bestimmt hast du dies sicherlich schon mal gelesen oder von mir gehört 😉

  • Was wäre, wenn du heute wählst, dankbar zu sein?
  • Erstmal nur heute?
  • Was wäre, wenn das auch noch Spaß macht?
  • Was, wenn dankbar zu sein auch zu deiner Seinsweise wird und du damit deine Empfangsbereitschaft vergrößerst für ALLES, was du dir sonst noch so wünschst?

FAQ zu Dankbarkeit

Was bedeutet Dankbarkeit?

Für mich ist Dankbarkeit kein Ziel, das ich mir erst verdienen muss, sondern ein Raum, den ich jederzeit wählen kann – für alles, was ich bin und habe, ohne es zu bewerten.

Warum fällt Dankbarkeit manchmal so schwer?

Weil ich fast mein ganzes Leben mit Glaubenssätzen wie „Ohne Fleiß keinen Preis“ unterwegs war. Ich dachte, ich müsste erst etwas leisten, bevor ich dankbar sein darf – dabei ist es genau andersherum.

Was bewirkt Dankbarkeit im Alltag?

Solange ich im Widerstand gegen das bin, was gerade ist, erschaffe ich genau das, was ich eigentlich nicht will. Dankbarkeit öffnet für mich die Bereitschaft, mehr zu empfangen.

Kann man auch in schweren Zeiten dankbar sein?

Ja, sogar nach meinem schweren Sturz war ich dankbar – dass mein Körper bleiben wollte, und für alle Menschen, die mir beigestanden haben. Genau dieser Raum der Dankbarkeit hat meinem Körper geholfen, schnell zu regenerieren.

Kann man Dankbarkeit üben?

Ja. Ich sehe Dankbarkeit als Wahl, die ich immer wieder neu treffe – nicht als Gefühl, das einfach passiert. Eine Studie mit 192 Menschen zeigte: zehn Wochen lang einmal pro Woche fünf Dinge notieren, das reichte schon für mehr Optimismus und weniger körperliche Beschwerden. Das deckt sich genau mit meiner eigenen Erfahrung.

Ist Dankbarkeit wissenschaftlich belegt?

Ja. Emmons und McCullough zeigten das 2003 in einer Studie mit 192 Teilnehmenden. Eine Auswertung von 145 Studien mit fast 25.000 Menschen aus 28 Ländern bestätigte 2025: Dankbarkeit wirkt weltweit und zuverlässig – aber in kleinen Schritten, nicht über Nacht.

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Ich freu mich auf dich.
Katharina🍀

Von Katharina Bonné

ÜBER MICH: Leben darf einfach sein. Meine Haltung. War es das immer für mich? Ganz und gar nicht. Ich kenne das Gefühl, wenn der Kopf nicht still wird, der Verstand die Führung übernimmt und der Körper nicht zur Ruhe kommt. Als körperorientierte Heilpraktikerin für Psychotherapie & Coach arbeite ich u.a. mit Access Bars® und begleite Menschen genau an diesem Punkt dabei, ihr Nervensystem zu beruhigen - mit Klarheit, Körperarbeit und einer guten Portion Gelassenheit. Wahl ist immer möglich - hier und jetzt. Ich bin das beste Beispiel dafür, dass Veränderung wirklich möglich ist. Mehr über mich erfährst du hier.

7 Kommentare

  1. 🙏 ich bin gerade sehr Dankbar für diesen Blogbeitrag. Danke Liebe Katharina Du schreibst es so leicht das diese Leichtigkeit wundervoll übertragen wird.

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