Einsam oder allein?

Veröffentlicht am Kategorisiert als Selbstsabotage & Nervensystem
Winterlicher Weg über eine Holzbrücke durch schneebedeckte Bäume, eine Person geht allein in die Ferne - Sinnbild für die Frage: einsam oder allein?

Vielleicht bist du gerne mal alleine.
Fühlst dich einsam, weil niemand bei dir ist.
Oder auch wenn jemand bei dir ist.
Verabredest dich, obwohl du eigentlich gerne deine Ruhe hättest.
Man muss ja unter Leute, sonst wird man komisch.

Was ist das?

Das Wichtigste in Kürze:

  • Allein sein ist ein neutraler, oft frei gewählter Zustand. Einsamkeit ist ein Gefühl von Isolation, das ungewollt und schmerzhaft ist.
  • Man kann allein und glücklich sein und genauso von Menschen umgeben und trotzdem einsam.
  • Ob ich mich einsam oder nur allein fühle, entscheidet meine Bewertung, nicht die Situation selbst.
  • Lasse ich die Bewertung weg, bleibt nur noch eine Wahl: die Ruhe genießen oder Verbindung suchen.
  • Mein Fazit: Alleinsein wird erst durch die eigene Bewertung zu Einsamkeit.

Weihnachten – jedes Jahr das gleiche?

Die Frage, wie willst du es dieses Jahr Weihnachten verbringen?

Und vor allem mit wem?

Vielleicht verspürst du diesen leisen Wunsch, mal ganz alleine mit dir zu sein.
Anstatt alle drei Weihnachtstage von einem Termin zum nächsten zu düsen.
Mit etwas Glück findest du ein wenig Ruhe zwischendurch.
Oder du hast dir zwischen den Jahren Urlaub genommen, um dich vom Fest zu erholen.

Für mich war Weihnachten fast immer ein einziger Stress.

In meiner Familie wurde meistens gestritten.
Echt schade, denn irgendwie war es eine schöne Zeit.
Die Lichterketten und der Kerzenduft. Das leckere Essen.
Der Geruch der Tannennadeln.
Besonders, wenn ich einzelne Tannennadeln in die Kerzenflamme hielt 🙂

Später in den Familien der Partner wurde nicht gestritten.
Und doch war es auch dort irgendwie anstrengend für mich.
Oft dachte ich, mit mir stimmt was nicht.
Denn die anderen schienen sich zu amüsieren.

Irgendwann wurde mir klar, dass die meisten sich sehr anstrengten.
Damit alles schön ist.
Am Fest der Liebe bitte nur schöne Dinge.
Auch wenn man sich nur einmal im Jahr sieht.

Manchmal fragte ich heimlich die eine oder den anderen.
Ja, man wäre lieber gerne auf dem Sofa zuhause.
Kann man ja aber nicht machen.

Warum eigentlich nicht?

Weihnachten. Das Fest der Liebe.

Da musste man friedlich sein. Mitmachen.
Alles musste perfekt sein.
Die Deko, die Geschenke, das Essen.
Man durfte nicht sagen, was einem nicht gefiel.
Vielleicht nach Weihnachten – aber nicht am Fest.

Ich nehme viel wahr. Immer schon. 
Heute ist es mir bewusst. Damals nicht.

Ich konnte immer schon den Stress jedes Einzelnen wahrnehmen.
Kaum einer war er selbst.
So viele Weihnachtsfeste hielt ich durch. Wie die meisten.
Wenn ich etwas konnte, dann durchhalten.
Ich wollte ja auch alles richtig machen.
Dazugehören.
Niemandem das Fest versauen.

2020 und 2021 blieben die meisten alleine zuhause.
Für so viele Leute waren das die schönsten Weihnachten.
Endlich kein Stress.
Kein Herumreisen.
Man hatte eine offiziell gültige Ausrede.

Weihnachten in Schlummi-Klamotten.
Man traf sich kurz online oder telefonierte.
Endlich konnte man sich bereits an den Feiertagen erholen.

Wie war das bei dir?

👉 Wenn alles möglich wäre, wie und wo würdest du gerne Weihnachten feiern?
Und mit wem?
Vielleicht mal nur mit dir?

Was ist nun der Unterschied zwischen alleine und einsam?

Kurz gesagt: Allein sein ist ein neutraler, oft gewählter Zustand.
Einsam sein ist ein Gefühl, das ungewollt und schmerzhaft ist.

Seit einiger Zeit gibt es viele Studien, viel Werbung zum Thema Einsamkeit.
Was man alles gegen die Einsamkeit machen kann. Machen muss.

Ich las, das Alleinsein ein selbst gewählter Zustand sei.
Einsamkeit demnach nicht. 
Das passiert einem, so las ich.
Interessant.

Das Folgende habe ich im Internet gefunden:

„Allein“ sein ist

  • ein neutraler Zustand: Man ist körperlich ohne andere Menschen.
  • freiwillig oder vorübergehend: Viele Menschen genießen es, allein zu sein, um Ruhe, Konzentration oder Unabhängigkeit zu erleben.
  • kein negatives Gefühl: Es kann befreiend oder entspannend sein, allein zu sein – zum Beispiel beim Spazierengehen oder Lesen.

„Einsam“ sein ist

  • eine emotionale Erfahrung: Einsamkeit ist ein Gefühl von Isolation oder innerer Leere.
  • unerwünscht und schmerzhaft: Man fühlt sich vom Rest der Welt abgeschnitten, selbst wenn andere physisch anwesend sind.
  • ein Bedürfnis nach Verbindung: Einsamkeit entsteht oft, wenn der Wunsch nach Nähe, Verständnis oder Gemeinschaft unerfüllt bleibt.

Laut Statistischem Bundesamt fühlt sich gut jede vierte allein lebende Person in Deutschland oft einsam. Im Umkehrschluss heißt das: die meisten eben nicht.
Quelle: destatis.de – Pressemitteilung Nr. N036

Deine Ansicht erschafft deine Realität.

  • Was wäre, wenn man die Wahl hat, die eigene Situation zu bewerten?
  • Wenn ich alleine lebe, kann ich dies als negativ oder positiv bewerten.
  • Bewerte ich es als negativ, fühle ich mich einsam.
  • Bewerte ich es als positiv, überlege ich mir vielleicht, wen ich jetzt anrufen könnte.

Man kann allein, aber nicht einsam sein – und genauso von Menschen umgeben und trotzdem einsam.

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Stelle eine Frage

  • 👉 Was wäre, wenn du dich fragst: Wie hätte ich es denn gerne?
  • 👉 Okay, ich liebe gerade diese Ruhe. Wunderbar, ich werde es genießen.
  • 👉 Ich hätte gerne Gesellschaft. Hm, wen könnte ich jetzt anrufen?

Ein Leben ohne Bewertungen

Was wäre, wenn wir die Bewertungen raus nehmen (kein positiv oder negativ) und uns fragen:

  • Wenn alles möglich wäre, was würde ich jetzt wirklich gerne machen?
  • Wie möchte ich meine Zeit verbringen?
  • Mit wem möchte ich meine Zeit verbringen?

Viele Menschen trauen sich nicht, mal alleine zu sein, weil sie Angst haben, irgendwann einsam zu sein.
Und wer viel alleine ist wird komisch.
Das wurde mir mal gesagt.
Denn ich liebe es, alleine zu sein.
Meinen Space zu haben.

Bin ich immer allein?
Absolut nein.
Denn ich bin auch gerne mit tollen Menschen zusammen.

In meiner Welt ist alles WAHL

  • Ich kann wählen, ob ich alleine bin.
  • Ich kann entscheiden, ob ich es genieße oder nicht.
  • Und wenn ich nicht alleine sein will, dann gibt es Menschen, mit denen ich zusammen sein kann.
  • Dafür bin ich unendlich dankbar.

Wie wäre unser Planet, wenn jeder von uns mehr und mehr für sich wählt?

Wie viel mehr Freude würde dies schenken?

Und nun wünsche ich Dir von Herzen eine freudvolle Weihnachtszeit. 

Das nächste Weihnachtsfest kommt bestimmt 🙂

FAQ zu einsam oder allein

Was ist der Unterschied zwischen einsam und allein sein?

Ich sehe Alleinsein als neutralen, oft frei gewählten Zustand – ich bin einfach körperlich ohne andere Menschen, und das fühlt sich gut an. Einsamkeit dagegen ist für mich ein Gefühl von Isolation, das ungewollt und schmerzhaft ist, selbst wenn Menschen um mich herum sind.

Kannst du allein sein, ohne dich einsam zu fühlen?

Ja, absolut. Ich verbringe sehr gerne Zeit allein, ohne mich einsam zu fühlen. Für mich ist das eher Ruhe und Raum für mich selbst. Ob ich mich einsam fühle, entscheidet nicht die Situation, sondern wie ich sie bewerte.

Warum fühlen sich manche Menschen einsam, obwohl andere um sie herum sind?

Das erlebe ich so: Einsamkeit entsteht, wenn der Wunsch nach echter Nähe oder Verständnis unerfüllt bleibt – unabhängig davon, wie viele Menschen physisch da sind. Man kann mitten in einer Gruppe stehen und sich trotzdem unverbunden fühlen.

Wie gehst du selbst mit Feiertagen um, wenn du lieber allein wärst?

Ich frage mich mittlerweile ehrlich: Wie hätte ich es denn gerne? Brauche ich Ruhe, genieße ich sie bewusst – möchte ich Gesellschaft, überlege ich, wen ich anrufen könnte. Diese Wahl treffe ich bewusst, statt automatisch zu tun, was von mir erwartet wird.

Wie viele Menschen, die allein leben, fühlen sich tatsächlich einsam?

Laut Statistischem Bundesamt fühlt sich gut jede vierte allein lebende Person in Deutschland oft einsam – die meisten also nicht. Das bestätigt für mich genau den Punkt: Alleinsein und Einsamkeit sind zwei verschiedene Dinge.

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Ich freu mich auf dich.
Katharina🍀

Von Katharina Bonné

ÜBER MICH: Leben darf einfach sein. Meine Haltung. War es das immer für mich? Ganz und gar nicht. Ich kenne das Gefühl, wenn der Kopf nicht still wird, der Verstand die Führung übernimmt und der Körper nicht zur Ruhe kommt. Als körperorientierte Heilpraktikerin für Psychotherapie & Coach arbeite ich u.a. mit Access Bars® und begleite Menschen genau an diesem Punkt dabei, ihr Nervensystem zu beruhigen - mit Klarheit, Körperarbeit und einer guten Portion Gelassenheit. Wahl ist immer möglich - hier und jetzt. Ich bin das beste Beispiel dafür, dass Veränderung wirklich möglich ist. Mehr über mich erfährst du hier.

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