Heute möchte ich dich zu einer neuen Betrachtungsweise einladen: Was wäre, wenn nichts in deinem Leben ein Problem wäre – und alles eine Möglichkeit?
Wenn du gerade in einer Situation steckst, die sich schwer anfühlt oder einfach das Gefühl hast, dass dein Leben irgendwie nicht so läuft, wie du es dir vorstellst – dann ist dieser Text für dich.
Was ist eigentlich ein Problem?
Kurzantwort: Ein Problem existiert nur, wenn du es als solches betrachtest.
Das Wort „Problem“ taucht in vielen Unterhaltungen auf. Im Internet las ich unter anderem: „Ein Problem entsteht dann, wenn man ein Ziel hat und nicht weiß, wie man dieses Ziel erreichen soll.“
Das finde ich sehr interessant. Natürlich hat man, wenn man losgeht, eine Idee, welche Meilensteine eine Rolle spielen könnten. Die meisten Informationen bekommt man jedoch erst auf dem Weg.
Mir fällt mehr und mehr auf, dass viele Menschen überhaupt nicht wissen, wohin sie wollen. Was sie wirklich wollen. Viele wünschen sich Ruhe. Oder mehr Zeit. Aber wofür?
Die meisten sind damit beschäftigt, ihr Leben irgendwie zu wuppen. Viele haben keine Freude an dem, was sie beruflich machen. Andere sind alles andere als glücklich in ihren Beziehungen. Alles folgt mehr der Energie von Durchhalten und dem Vermeiden von Veränderung.
❋❋❋
Wie ist das bei dir gerade – läufst du auf etwas zu, oder läufst du eher von etwas weg?
Steven Bowman formuliert es so: „Ein Problem ist nur eine Situation, die eine Veränderung benötigt.„
Was verändert sich, wenn du diese Definition annimmst?
Plötzlich ist ein Problem nichts Bedrohliches mehr.
Es ist ein Hinweis.
Ein Signal, das sagt: Hier darf sich etwas bewegen.
Das nimmt dem Ganzen sofort einen Teil seiner Schwere.
Was wäre, wenn jedes Problem eine Möglichkeit mit einer angehängten Ansicht ist?
Als ich diesen Satz das erste Mal hörte, habe ich ihn nicht verstanden. Ich musste ihn mehrmals wiederholen – und dann war ich wirklich erstaunt.
Was bedeutet das denn konkret? Jede Situation ist zunächst neutral. Was sie zu einem Problem macht, ist die Brille, durch die du sie betrachtest.
Dieselbe Situation, eine andere Ansicht – und plötzlich siehst du etwas völlig anderes.
Die gekündigte Stelle
Lars und Mia arbeiten seit Jahren in derselben Firma. Eines Montagmorgens bekommen beide die gleiche E-Mail: Die Abteilung wird aufgelöst. Gekündigt. Zum Ende des Quartals.
Lars starrt auf den Bildschirm. Schon wieder. Er denkt an die Bewerbungen, die er schreiben muss. An den Lebenslauf, der aktualisiert werden will. An die Erklärungen beim nächsten Vorstellungsgespräch. An das Gespräch mit seiner Frau heute Abend. Er schließt den Laptop. Geht früher nach Hause. Erzählt niemandem davon.
Mia liest die E-Mail zweimal. Dann lehnt sie sich zurück und atmet aus. Okay. Sie denkt nicht an das, was wegfällt. Sie denkt an das, was jetzt möglich sein kann. Den Kunden, den sie nie annehmen konnte, weil die Firma es nicht erlaubt hätte. Das Projekt, das seit zwei Jahren in einer Schublade schläft. Sie schreibt noch am gleichen Abend drei Nachrichten – an Menschen, mit denen sie schon lange hätte reden wollen.
Dieselbe E-Mail. Dieselbe Situation. Zwei völlig verschiedene nächste Schritte.
Der Unterschied liegt nicht im Ereignis. Er liegt in der Frage, die sich jeder innerlich stellt.
Lars fragt: Warum passiert mir das?
Mia fragt: Was ist hier jetzt erst alles möglich?
Lars sieht die Kündigung – und hängt daran die Ansicht: Das ist ein Problem. Alles wird schwerer, bedrohlicher, enger.
Mia sieht dieselbe Kündigung – und hängt daran die Ansicht: Das ist eine Öffnung. Alles wird weiter, leichter, beweglicher.
Dieselbe Situation. Zwei Ansichten. Zwei komplett unterschiedliche Realitäten.
❋ HALTE KURZ INNE ❋
Denk an eine Situation in deinem Leben, die sich gerade wie ein Problem anfühlt.
Und dann frag dich:
Stopp mal – ist das wirklich wahr?
Was wäre, wenn das hier ganz anders ist, als es gerade aussieht?
Was ist das Geschenk daran, das ich noch nicht sehe?
Du musst diese Fragen nicht beantworten. Es reicht, sie zu stellen. Manchmal öffnet sich allein dadurch etwas.
Was ist eine Ansicht?
Kurzantwort: Deine Ansicht ist die Perspektive, aus der du betrachtest.
Bildlich betrachtet ist es die Brille, durch die du auf dein Leben, auf jemanden oder auf etwas schaust. Sie taucht das, um das es gerade geht, in eine bestimmte Energie. Macht es hell oder dunkel. Leicht oder schwer.
Mit dieser Energie ist der Weg, den es sehr wahrscheinlich nehmen wird, meist schon vorgezeichnet.
„Das geht nicht.“ – Das Leben gibt mir recht.
„Klar geht das, auch wenn ich noch nicht weiß wie.“ – Das Leben gibt mir recht.
Oft höre ich Äußerungen wie:
– „Och nee, wieso immer ich?“
– „Das packe ich nicht!“
– „Kann das nicht einmal glatt gehen?“
– „Das kann ja nichts werden, wenn es schon so anfängt.“
Alle diese Sätze sind Ansichten. Und das Leben richtet sich danach aus. Du behältst immer recht – egal, was du denkst oder sagst.
Deswegen ist es immer eine gute Idee, innezuhalten und dich zu fragen:
Welche Ansicht begleitet mich hier – und dient sie mir wirklich?
Welche könnte ich stattdessen haben?
Was passiert, wenn du weißt, wohin du willst?
Kurzantwort: Dann kann dich nichts stoppen.
„I know where I am going. Then nothing can stop me.“
Gary Douglas
Hattest du schon mal ein Ziel, das du unbedingt erreichen wolltest?
Weil es mit echter Freude verbunden war?
Und – hast du es erreicht?
Die meisten Ziele, die ich früher hatte, waren gar nicht meine. Ich schaute meistens, was andere so machten, und suchte mir das aus, was mir am besten gefiel. Kein Wunder, dass ich vieles davon nicht erreicht habe, denn ich war nicht wirklich motiviert. Es waren nicht meine Ziele. Sie waren mir schlicht nicht wichtig genug.
Wie geht Möglichkeit als Haltung?
Kurzantwort: Ich habe eine Wohnung am Meer gefunden, obwohl alle sagten, das sei problematisch.
Seit über 20 Jahren trug ich diesen Wunsch in mir: am Meer leben. Jedes Mal, wenn ich am Strand war, entspannte sich mein ganzer Körper sofort. Egal, wie viel gerade in meinem Leben los war – einfach ausatmen und loslassen.
Und dann habe ich es einfach gemacht.
August 2023: Wohnung gekündigt – ohne eine neue zu haben.
Januar 2024: Mietvertrag unterschrieben.
März 2024: Am Meer gelandet.
Fast alle sagten, eine Wohnung in Eckernförde zu finden sei aktuell nahezu unmöglich. Bei manchen hatte es ein bis zwei Jahre gedauert. Und dann hatte ich auch noch so viele Sonderwünsche. 😊
Ich war jedoch mit der Haltung der Möglichkeit unterwegs. Ich fragte immer wieder:
Was ist hier wirklich noch möglich?
Ohne eine Antwort zu erzwingen. Wann immer ich diese Frage stellte, hatte ich danach eine Idee – z.B. wen ich noch fragen könnte, wo ich noch nachsehen könnte.
Jetzt, wenn ich zuhause bin, kann ich in jedem Moment einfach dorthin gehen und entspannen. Was lange ein Wunsch war, ist heute mein Alltag.
Die Frage „Was ist hier wirklich noch möglich?“ gehört zu meinen wichtigsten Werkzeugen, mein Leben zu gestalten. Diese Frage wurde zu meiner Haltung und meinem Motto für 2026❤️.
Dir gefällt, was du liest?
Verpasse keinen Artikel mehr – abonniere meinem Newsletter!
Von lösungsorientiert zu möglichkeitenorientiert – wo liegt der Unterschied?
Kurzantwort: Lösungsorientierung braucht immer erst ein Problem. Möglichkeitenorientierung nicht.
Ich hatte früher oft Probleme. Das waren für mich Situationen, die nicht rund liefen – Steine, die auf meinem Weg lagen und die ich erst beseitigen musste, um weiterzugehen. Ich verbrachte viel Zeit damit, denn ich war lösungsorientiert. Eine Eigenschaft, die mir auf dem Weg als Therapeutin und Wegbegleiterin sehr dienlich war.
Vor vielen Jahren kam genau diese von mir so geschätzte Eigenschaft „lösungsorientiert“ in einem viertägigen Kurs zur Sprache. Ich war stolz darauf – es stand damals sogar auf meiner Homepage. Die Kursleiterin fragte mich, was ich denn bräuchte, um zu beweisen, dass ich lösungsorientiert sei. Ich wusste sofort, was sie meinte. Es verärgerte und verunsicherte mich gleichzeitig sehr.
Einige Monate kreiste dieses Thema in mir. Ich bemerkte, dass es tatsächlich wie ein Kreislauf ist:
Problem – Lösung. Problem – Lösung. Problem – Lösung.
Immer wieder dieser Moment der Entspannung, wenn eine Lösung gefunden war.
Und zack, kam das nächste.
Deine Ansicht kreiert deine Realität.
Früher hatte ich wirklich mehr Probleme – weil meine Ansicht war: Ich bin lösungsorientiert, also her damit. Ich brauchte Probleme, um zu beweisen, wer ich bin. Dass ich es kann.
Der Unterschied zur Orientierung an Möglichkeiten ist dieser:
Du wartest nicht auf ein Problem, das du lösen kannst.
Du schaust von vornherein, was möglich ist.
Der Ausgangspunkt ist ein anderer.
Die Energie ist eine andere.
Und damit auch der Weg.
Habe ich heute keine Probleme mehr?
Kurzantwort: Das Wort „Problem“ befindet sich nicht mehr in meinem Wortschatz.
Läuft in meinem Leben alles nach Plan oder glatt? Nein.
Der Punkt ist jedoch, dass ich nichts mehr erwarte. Ich gehe einfach den Weg. Oft habe ich gehört: „Der Weg ist das Ziel.“ So absolut wahr.
Wenn etwas auftaucht, das früher ein „Problem“ gewesen wäre, frage ich mich heute: Was ist richtig hier, das ich noch nicht betrachtet habe?
Oder noch kürzer – ich schaue es mir an und frage: Ist das relevant für das, was ich mir als mein Leben vorstelle?
Oft lautet die Antwort: nicht wirklich. Not relevant. Next. 💥
Und was ist mit Zielen?
Kurzantwort: Ja – aber keine fixen. Eher eine Richtung, eine Energie.
Ich strebe heute mehr nach einem Gefühl als nach einem Ziel:
Wie möchte ich, dass mein Leben sich anfühlt? Mein Business? Die Verbindungen mit anderen Menschen? Mein Zuhause?
Ein Ziel kann erreicht werden – und dann?
Eine Energie, eine Richtung, ein Gefühl – das trägt weiter.
Dir gefällt, was du liest?
Abbonniere meinen Blog – ganz einfach mit meinem Newsletter:
0 € · jederzeit abbestellbar
Hinweis:
Mit der Anmeldung akzeptierst du meine Datenschutzerklärung.
Du kannst dich jederzeit mit einem Klick wieder abmelden.
ÜBER MICH: Leben darf einfach sein – das ist meine Haltung.
War es das früher für mich? Ganz und gar nicht. Ich kenne das Gefühl, wenn der Kopf nicht still wird, der Verstand die Führung übernimmt und der Körper nicht zur Ruhe kommt. Heute begleite ich Menschen genau an diesem Punkt – mit Klarheit, Körperarbeit und einer guten Portion Gelassenheit.
Wahl ist immer möglich – hier und jetzt. Ich bin das beste Beispiel dafür, dass Veränderung wirklich möglich ist. 🙂
Mehr über mich erfährst du hier.

1 Kommentar