Mein „Palmen-Trigger“ – und warum ich heute anders damit umgehe

Veröffentlicht am Kategorisiert als Selbstsabotage & Nervensystem
Tigerkatze mit weit aufgerissenem Maul faucht oder gähnt wie ein kleiner Tiger – Symbolbild zum Palmen-Trigger

Heute schreibe ich einen eigenen Beitrag zu meinem Aufruf zur Blogparade „Was bringt dich auf die Palme?“. Was ist eigentlich mein persönlicher Palmen-Trigger – und wie komme ich da wieder runter?

Das Wichtigste in Kürze:

  • Mein Palmen-Trigger ist das, was mich zuverlässig aus der Ruhe bringt – bei mir sind das z.B. Müll am Strand, Zeitdruck durch Technikprobleme, unbezahlte Leistungen oder aggressive Autofahrer.
  • Ich habe gemerkt: Wer viel meckert, bekommt mehr Mecker-Gründe. Und wer dankbar ist, findet mehr Gründe zur Dankbarkeit.
  • Hinter jedem Trigger steckt bei mir eine echte Stressreaktion im Körper: Stresshormone, Schlafprobleme, sogar Kieferschmerzen vom nächtlichen Zähneknirschen.
  • Die eigentliche Frage für mich ist nicht mehr „Wer hat recht?“, sondern „Will ich recht haben oder glücklich sein?“
  • Heute klettere ich seltener hoch auf die Palme und wenn doch, genieße ich lieber den Ausblick, statt mich zu beschweren.

Was bringt mich auf die Palme? Was ist mein „Palmen-Trigger?“

Hätte man mir diese Frage noch vor einigen Jahren gestellt, wäre mir sofort viel mehr eingefallen. Denn ich habe mich viel und oft über Vieles aufgeregt. Habe mich viel be-schwert. Oft als erstes das gesehen, was NICHT funktioniert. Vielleicht habe ich auch sogar danach gesucht. Frei nach dem Motto „Wer suchet, der findet.“

Von all diesen Dingen, die ich gefunden hatte, habe ich dann auch gerne Anderen erzählt und mit jedem Mal des Erzählens erlebte ich diese Geschichte neu. So als hätte ich es gerade erst erlebt. Warum habe ich all die Geschichten weiter erzählt, die Ärger und Wut hervorrufen? Vielleicht wollte ich es mir von der Seele reden und vielleicht dachte ich, dass es dann leichter würde. Wurde es aber definitiv nicht. Im Gegenteil, ich hatte länger etwas davon. Vielleicht wollte ich jedoch auch einfach nur Aufmerksamkeit??

Mein armer Körper – Stresshormone mag er nicht

Heute weiß ich, wie viel Stresshormone ich jedes Mal in meinem Körper produziert habe, wenn ich anderen von meinem Ärger erzählte. Nachts konnte ich dann von diesem Adrenalin-Cocktail nicht schlafen und kaute zähneknirschend alles nochmal durch. Kieferschmerzen und Co. am nächsten Morgen waren normal. Mit nächtlicher Regeneration hatte das nichts zu tun.

Ich gestehe: Ich hatte eine absolute Vorliebe für Drama.

Als wäre das die Würze des Lebens.

Drama, Ärger und Streiten waren für mich damals fast wie eine Gewohnheit. Übernommen in und von meiner Familie. Dort wurde viel gestritten. Ständig. Über fast alles. Es ging ihnen um Ge-recht-igkeit. Es ging immer ums recht haben und recht haben kann ja schließlich nur einer. Deshalb musste man streiten. War wütend. War laut. Irgendwie war das normal für mich. 

Passiert auf der Autobahn ein Unfall, entsteht meistens ziemlich schnell ein Stau.

Nicht weil etwas die Weiterfahrt versperrt, sondern weil die Menschen sehen wollen, was da passiert ist. Meistens erzählen sie dann später anderen, was sie gesehen haben. „Stell dir mal vor, was ich heute erlebt habe.“

Ich frage mich wirklich gerade, ob mein Leben damals so wenig spannend war, wenn ich so gerne von dramatischen Erlebnissen berichtet habe?

Wer viel meckert, bekommt mehr Mecker-Gründe

Diesen Satz hörte ich neulich von einer Kollegin.
Wow, wie wahr das ist!

👉 Und wenn ich viel dankbar bin, bekomme ich mehr Gründe, dankbar zu sein 🙂

Sorry, ich schweife etwas ab.

Was triggert mich heute noch immer hoch auf die Palme bzw. was nervt mich?

  • Wenn ich morgens am Strand sehe, wie viele Leute am Vortag oder -abend ihren Müll am Strand verteilt haben… ich wohne da, wo andere Urlaub machen.
  • Wenn die Technik nicht funktioniert und mir die Zeit im Nacken sitzt, weil ich wieder auf den letzten Drücker etwas fertigstellen will bzw. muss.
  • Wenn ich für eine Dienstleistung bezahlen soll, die nicht geliefert wird.
  • Wenn ich im Auto überholen will und der andere Gas gibt.

Willst du recht haben oder glücklich sein?

Ziemlich wahr für mich. Denn ich kann nicht beides. Denke ich an die Zeit mit meiner streitsüchtigen Familie zurück – keiner von ihnen war glücklich. Und wenn man keine Lust auf Streit hatte, stimmte nach ihrer Ansicht etwas nicht mit einem.  

Und wie ist es heute in meiner Welt?

Heute lege ich mich lieber unter eine Palme, als hochzuklettern.
Oder ich klettere hoch, um den Aus- und Weitblick zu genießen.
Heute stehe ich auf Leichtigkeit, anstatt mich freiwillig zu be-schweren.

Alles das heißt nicht, dass man mit mir alles machen kann.
Ich sage durchaus, wenn mir etwas nicht passt.
Recht haben ist mir jedoch nicht mehr wichtig. Zumindest meistens 😉

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Mein Fazit

Eigenlob soll ja angeblich stinken. Jedoch bin ich mir gerade selbst dankbar, dass ich mir in meiner Blogparade die Frage gestellt habe, was mich wirklich nervt. Und vor allem, mich dann zu fragen, wie lange ich es in meiner Welt behalten möchte und ob ich es vielleicht noch weiter durchkauen und ausdehnen möchte.

Irgendwas hat immer das Potenzial, zu nerven – aber muss ich immer etwas damit machen?

Und wie schnell und leicht kann ich darüber hinaus gehen, um mehr von dem zu sehen, was da sonst noch ist?
Denn genau das hilft mir, meine Trigger frühzeitig zu erkennen, bevor sie mich ganz hochklettern lassen.

👉 Am Strand nehme ich nun oft eine Tüte mit und sammle den Müll einfach ein, der mich nervt. 

Dafür wurde ich neulich prompt von einer Möwe angemeckert 🙂

Vertiefe das Thema: Verwandte Artikel

Die eigenen Trigger zu ignorieren ist nur eine Spielart von Selbstsabotage. Wenn du tiefer einsteigen willst:

FAQ zu Triggern

Was ist ein „Palmen-Trigger“?

Für mich ist ein Palmen-Trigger das, was mich zuverlässig aus der Ruhe bringt – der Moment, in dem ich innerlich sofort „hochklettere“, bevor ich merke, was gerade passiert. Ich habe für mich einige davon identifiziert, zum Beispiel Müll am Strand oder Zeitdruck durch Technikprobleme.

Woran erkennst du deinen eigenen Palmen-Trigger?

Ich schaue mir an, was mich immer wieder auf dieselbe Art nervt oder ärgert. Oft sind es wiederkehrende Situationen wie Unfairness, Zeitdruck oder das Gefühl, für etwas bezahlt zu haben, das nicht geliefert wird. Sobald mir das bewusst ist, kann ich es verändern.

Was passiert in deinem Körper, wenn du getriggert bist?

Bei mir schüttet der Körper Stresshormone aus – das hat mich früher nachts wachgehalten und sogar zu nächtlichem Zähneknirschen und Kieferschmerzen geführt. Das war für mich ein klares Zeichen, dass ständiges Aufregen seinen Preis hat.

Warum bringt dich ständiges Meckern noch mehr auf die Palme?

Eine Kollegin hat es mal treffend gesagt: Wer viel meckert, bekommt mehr Mecker-Gründe. Ich erlebe das genauso: je mehr ich mich auf das konzentriere, was mich stört, desto mehr davon finde ich. Andersherum funktioniert es mit Dankbarkeit übrigens genauso.

Musst du deinen Ärger einfach schlucken, um gelassener zu werden?

Nein, ganz und gar nicht. Ich sage weiterhin klar, wenn mir etwas nicht passt. Nur ist mir „recht haben“ nicht mehr so wichtig wie früher. Ich frage mich stattdessen lieber, ob ich glücklich sein will.

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Katharina🍀

Von Katharina Bonné

ÜBER MICH: Leben darf einfach sein. Meine Haltung. War es das immer für mich? Ganz und gar nicht. Ich kenne das Gefühl, wenn der Kopf nicht still wird, der Verstand die Führung übernimmt und der Körper nicht zur Ruhe kommt. Als körperorientierte Heilpraktikerin für Psychotherapie & Coach arbeite ich u.a. mit Access Bars® und begleite Menschen genau an diesem Punkt dabei, ihr Nervensystem zu beruhigen - mit Klarheit, Körperarbeit und einer guten Portion Gelassenheit. Wahl ist immer möglich - hier und jetzt. Ich bin das beste Beispiel dafür, dass Veränderung wirklich möglich ist. Mehr über mich erfährst du hier.

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